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Wasserverbrauch – Der große Überblick

Der Wasserverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland sinkt dank effizienter Technologien und einem wachsenden Bewusstsein für dessen Bedeutung seit vielen Jahren. Unter den Industrieländern nehmen die Deutschen deshalb seit längerem einen Spitzenplatz im Verbrauch ein und auch in der Industrie sinkt der Bedarf kontinuierlich. Darüber hinaus besitzt Deutschland im internationalen Vergleich große Ressourcen an Süßwasser, die seinen Bedarf vollständig decken. Dennoch sind die Preise auf dem Markt sehr unterschiedlich und können je nach Region Unterschiede bis zu 200 % aufweisen. Das liegt zu einem großen Teil an der unterschiedlichen Topografie und den Erdschichten, die den Zugang zum Grundwasser und dessen Qualität kennzeichnen. Für dessen Erschließung werden jährlich rund 2,5 Milliarden Euro in die öffentliche Versorgung investiert und rund 15 Milliarden Euro mit industriellen und privaten Abnehmern umgesetzt. Gerade der Vergleich zu der Wasserersparnis durch die Nutzung einer Regenwassertonne ist in diesem Zusammenhang besonders interessant. Denn durch die alleinige Umsetzung verschiedener kleiner Verhaltensweisen wie das Nutzen einer Regentonne im eigenen Garten kann man den Wasserverbrauch drastisch senken und somit auch deutlich Kosten sparen.

Was kostet ein Kubikmeter Wasser?

Die Kosten für einen Kubikmeter oder 1000 Liter Wasser sind in Deutschland stark von der Region abhängig. Ausschlaggebend ist neben dem direkten Preis hinaus die Grundgebühr, die für die Bereitstellung des Netzes und des Anschlusses auch ohne Verbrauch erhoben wird. Ist diese sehr hoch, der Preis für einen Kubikmeter dafür aber niedrig, werden gerade kleine Verbraucher überdurchschnittlich belastet. Anders als der Markt für Gast und Strom ist das Wassernetz zudem noch zu einem überwiegenden Teil in öffentlicher Hand. Ein Wechsel zu einem günstigen Konkurrenten ist deshalb nur in Ausnahmefällen möglich – in den meisten Gemeinden halten die kommunalen Versorger hingegen praktisch ein Monopol. Generell schwankt der Preis je nach Region zwischen 1,50 Euro und über 3,00 Euro, wobei auch innerhalb eines Bundeslandes deutliche Differenzen auftreten können. Zusätzlich erheben die Kommunen auch eine Gebühr für das Abwasser, die sich am Wasserverbrauch orientiert und in der Regel weitere Kosten für einen Kubikmeter in ähnlicher Höhe verursachen.

Wie viel Wasser verbraucht man im Jahr?

Der Wasserverbrauch pro Kopf ist in den Jahren von 1990 bis 2007 nahezu permanent von 147 Liter auf rund 122 Liter am Tag gesunken und hat sich auf diesem Niveau eingependelt. Er schwankte in den folgenden Jahren nur noch geringfügig um maximal zwei Liter. Davon wird nur ein geringer Anteil zum Kochen und Trinken verwendet – mit rund 5 Litern liegt diese Verwendung noch unter dem Verbrauch für das Geschirrspülen, der statistisch ungefähr 7 Liter ausmacht. Weitere 11 Liter werden indirekt von Kleingewerbe verbraucht, darunter etwa Fleischereien, Bäckereien oder Arztpraxen. Der überwiegende Anteil von beinahe zwei Drittel fällt hingegen für die Toilette und die Körperpflege an. Allerdings macht das Trinkwasser ohnehin nur einen sehr kleinen Teil des tatsächlichen Wasserbedarfes aus. Das Umweltbundesamt schätzt, dass jeder Deutsche darüber hinaus rund 3900 Liter Wasser am Tag indirekt verbraucht. Dieses umfasst zu einem überwiegenden Teil solches für die Bewässerung in der Landwirtschaft, aber auch für die Herstellung von Industrieerzeugnissen, Kleidung und Bedarfsgütern.

Wie viel Wasser verbraucht man beim Duschen?

Selbst bei einer einheitlichen Duschzeit schwankt der Wasserverbrauch beim Duschen sehr stark. Wichtigster Faktor ist hier der Duschkopf und die Größe des Durchlaufs je Minute. Bei einem sparsamen Modell fließen innerhalb dieser Zeit zwischen fünf und sechs Litern aus dem Hahn. Die größten Verschwender sind hingegen Regenduschköpfe, die zwar mit einer angenehmen Berieselung werben, mitunter dafür aber auch 20 Liter Wasser oder mehr je Minute benötigen. Bei einer durchschnittlichen Duschdauer von fünf Minuten sind dies bereits 100 Liter oder nur zehn Duschen auf einen Kubikmeter. Bei einem sparsamen Duschkopf reicht hingegen dieselbe Menge für rund 35 Duschen. In den meisten Fällen liegen die tatsächlichen Duschzeiten jedoch deutlich höher und betragen nicht selten mehr als zehn oder sogar 15 Minuten. Eine durchschnittliche Badewanne hat ein Füllvolumen von ungefähr 150 bis 180 Litern – in diesen Fällen ist der Unterschied zwischen einer Dusche und einem Vollbad nur noch gering. Bei einem großen Durchfluss und langer Duschzeit spart es hingegen sogar Wasser.

Welchen Wasserverbrauch hat Deutschland im Durchschnitt?

International ist der Wasserverbrauch in Deutschland zwar relativ hoch, die Ressource wird andererseits aber vergleichsweise effizient genutzt. Der mit Abstand größte Verbraucher sind die Industrie und Kraftwerke, die gemeinsam nahezu 90 % des gesamten Wasserverbrauchs ausmachen. Die Landwirtschaft, die international immerhin für rund 75 % des verwendeten Brauchwassers verantwortlich ist, macht in der Bundesrepublik hingegen lediglich rund 4 % des jährlichen Bedarfs aus. Das meiste Wasser in der Industrie benötigen wiederum Anlagen zur Papier- und Metallverarbeitung, der Bergbau und die chemische Industrie. Es handelt sich hier jedoch in vielen Fällen nicht um aufbereitetes Trinkwasser, sondern um Oberflächen- oder Grundwasser, das direkt aus Flüssen, Seen oder mittels Pumpen aus dem Erdreich entnommen wird. Der gesamte Verbrauch betrug 2013 rund 25 Milliarden Kubikmeter, von denen etwa 20 % oder fünf Milliarden Kubikmeter der öffentlichen Wasserversorgung dienten.

Wie hoch ist der durchschnittliche Wasserverbrauch von 2 Personen?

Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt benötigt im Jahr ungefähr 89 Kubikmeter Wasser und zahlt dafür je nach Region durchschnittlich zwischen 150 Euro und 300 Euro. Einzelne Städte mit einem besonders hohen Preisniveau erreichen jedoch sogar 400 Euro und mehr. Zu berücksichtigen ist dabei, dass zusätzlich Energiekosten anfallen, denn ein hoher Anteil darunter macht etwa das Warmwasser beim Duschen aus. Nur ein verschwindend geringer Teil des Wassers wendet der Haushalt für das Kochen und Trinken auf – rund 3,7 Kubikmeter im Durchschnitt. Der tatsächliche Verbrauch mit Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern liegt hingegen um ein Vielfaches höher – er beläuft sich nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 7,8 Kubikmeter (Umweltbundesamt) und beinahe 10,6 Kubikmeter (WWF) am Tag. Dies entspricht auf ein Jahr gerechnet der beeindruckenden Menge eines Sees von zwei Meter Tiefe, 40 Meter Breite und 50 Meter Länge.